Wir zeigen den Dom in Kölle – und was zeigen Apple, Google & Co?

Apple hat  für den Launch seines Kartenservices viel Häme einstecken müssen. Obwohl aber die  Kritik vielfach berechtigt war, haben wir auf  vorlautes Geblöke verzichtet und stattdessen selbst Hand angelegt.

Wenn man nämlich erst einmal anfängt, sich mit Kartendarstellung und -visualisierung zu beschäftigen, merkt man schnell wie komplex die Erzeugung von Karten aus Rohdaten ist. Kritisieren ist einfach – bessermachen hingegen äusserst kompliziert.

Ein vielzitiertes Beispiel beim Apple-Bashing war die Umgebung des Kölner Doms, die je nach Zoomstufe unbefriedigende Ergebnisse zeigt. Allerdings muss man sagen, dass andere Karten da auch nicht immer viel besser abschneiden, wie man in den folgenden Beispielen sieht.

Kartenausschnitte rund um den Dom zum Vergleich

Kartenausschnitte rund um den Dom zum Vergleich, Stand 10-2012

Die Darstellung auf koeln.de sah genauso aus wie auf openstreetmap.de, da wir die gleichen Mapnik-Styles verwenden und nur wenige Anpassungen vornehmen. Eigentlich ist es sinnvoll, möglichst wenig Extrawürste zu braten, damit wir Weiterentwicklungen des Community-Styles übernehmen können. Aber für den Dom haben wir dann doch eine Ausnahme* gemacht, wie man hier sieht:

Beschriftung für den Dom

Schon auf Level 15 beschriftet: der Dom im koeln.de-Stadtplan

Durch Verwendung eigener Datenbestände und eigener Bildkacheln können wir immer dann eingreifen, wenn es uns angemessen erscheint. Und wo sollte das angemessener sein als beim Kölner Dom? Er hat also nun seine eigene Rendering-Regel. Im Ergebnis ist nun der Dom schon in unserer Standard-Zoomstufe  gekennzeichnet. Im Gegenzug  haben wir bei dieser Gelegenheit einige Objekte entfernt, die für die betroffenen Zoomstufen schlichtweg irrelevant waren.

Zufalls-POIs auf Level 15Warum von allen in der Datenbank enthaltenen Objekten ausgerechnet diese Sportstudios und Schulen vom Render-Algorithmus bevorzugt wurden, konnten wir nicht herausfinden (Sachdienliche Hinweise dazu werden gern entgegengenommen.) Klar ist aber, dass diese Objekte nicht so herausragend sind, dass sie schon in der Standardzoomstufe auftauchen müssten …

* ganz einfach: Render-Regel für die Dom-Beschriftung

 ( ...) 
     <Rule>
      <!-- Text only level 15 -->
      <Filter>[amenity] = 'place_of_worship' and [name] = 'Kölner Dom'</Filter>
      &maxscale_zoom15;
      <TextSymbolizer size="10" fill="#000033" fontset-name="book-fonts" halo-radius="1" wrap-width="30" placement="interior">[name]</TextSymbolizer>
    </Rule>
( ... )

Advertisements

3 Gedanken zu „Wir zeigen den Dom in Kölle – und was zeigen Apple, Google & Co?

  1. Die Konkurrenzunternehmen der DB wären aber wohl nicht soooooooo glücklich aufgrund des dicken DB auf dem Kölner Hauptbahnhof….mittlerweile gibt es dort ja zumindest auch zwei weitere Eisenbahnunternehmen, die dort verkehren….

    • Servus,
      auch wenn es in diesem Beitrag eigentlich um den DOM geht stelle ich mal die Gegenfrage: Welches Zeichen ist denn oben ans Gebäude genagelt? (Nein, nicht das „Colonnaden“-Logo, sondern oben rechts 🙂 )
      Wie auch immer: ein DB-Logo ist erstmal für jedermann als Bahnhofssymbol erkennbar, der Rest ist Geschmackssache …

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.